PLM-Kaffeeküche 2.0

PLM ohne Kaffee - vollkommen unmöglich!Im Rahmen von PLM-Projekten nimmt die Prozessanalyse einen zentralen Stellenwert ein. Die am Produktlebenszyklus beteiligten Abläufe werden mithilfe einer PLM-Software abgebildet. Aufgaben und Aktivitäten werden an verschiedene Rollen zugewiesen und Berechtigungen für den Zugriff zu Daten über die Lifecyclephasen gesteuert. Auditlogs und Objekthistorie sorgen für eine Nachvollziehbarkeit der Änderungen während der Abarbeitung des Prozesses. Als dies ist meist als Standardfunktion im PLM-System vorhanden oder kann mit wenig Aufwand implementiert werden.

Eine größere Dynamik gelangt durch eine Projektverwaltung in das System. Das temporäre Zusammenstellen von Projektteams, zeitlich begrenzte Berechtigungen und die Verwaltung von Projektaktivitäten sind Lösungen für die Anforderungen einer größeren Flexibilität.

Diese beiden Wege werden mittels einer Anforderungsanalyse aufgenommen, im PLM-Systemen abgebildet und als Unternehmensalltag gelebt.

Aber wer kennt nicht die Situation: Man steht im Kollegenkreis an der Kaffeemaschine und spricht zwanglos über das ein oder andere Problem. Da trifft sich der Konstrukteur mit dem Arbeitsvorbereiter und neben dem Auffüllen des Koffeinspiegels wird auch gleich noch ein Problem diskutiert und aus der Welt geschafft. Oder Entwicklungsingenieure aus verschiedenen Business Units treffen sich und tauschen sich über Lösungsalternativen zu ähnlichen Herausforderungen aus. Welches Unternehmen würde überhaupt funktionieren ohne Kaffeeküchen, Kantinen und – ja auch – Raucherinseln.

Diese Kaffeeküchen zu virtualisieren und im PLM-System nachzubauen, wird eine wichtiger Trend bei der Weiterentwicklung von PLM-Systemen sein. Ansätze dafür gibt es bereits einige. Dynamische Ad-hoc-Workflows bis hin zur “sozial-netzwerkigen”-Funktionen für die zwanglose Online-Kommunikation sind ein Schritt in diese Richtung. Der informelle Wissensaustausch ohne große Zwänge wird so ermöglicht und gefördert. Zusammenfassend möchte ich diese Portale, Lösungen und Funktionen “Kaffeeküche 2.0″ nennen.

Aus meiner Sicht ist das auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Nicht immer benutzen die Mitarbeiter die gleiche Kaffeeküche. Oder trinken überhaupt Kaffee. An der Stelle können PLM-Systeme mit Kaffeeküche-2.0-Funktionen Anwender unterstützen und eine Plattform für die zwanglose Suche nach Lösungen und den Wissensaustausch bieten. Neben den klar und eindeutig implementieren Prozessen und Projektaktivitäten kann dies eine sehr wertvolle Erweiterung sein. Und dazu ist das vielleicht auch eine Strategie, das doch recht konservative PLM-Umfeld ein Stück weit zu öffnen und weniger streng erscheinen zu lassen.

Und wenn man sich erinnert, dass die erste Webcam ausgerechnet auf eine Kaffeemaschine (Trojan Room Coffee Pot Camera) gerichtet war, dann schließt sich doch hier irgendwie ein Kreis, oder? Wie sind denn Ihre Erfahrungen mit diesen Funktionen? Ist das nur Spielerei oder eine ernstzunehmende Erweiterung?

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